St. Joseph auf Teneriffa
Die Kanarischen Inseln zählen, obwohl sie seit fast 30 Jahren über ein eigenes Parlament verfügen, zu Spanien. Und Spanien ist katholisch – zumindest zum großen Teil. Knapp 80 Prozent der Bevölkerung sind Katholiken, die den Glauben zumeist sehr ernst nehmen, auch wenn es mittlerweile Bestrebungen nach Lockerung des Kirchenrechts gibt, das einen Austritt aus der Kirche schlicht nicht vorsieht. Die Religionsfreiheit ist sogar verfassungsmäßig zugesichert. Deshalb sind die katholischen Feiertage auch auf den Kanarischen Inseln von Bedeutung für das Leben. Neben dem Nationalfeiertag der Kanaren, der auf den 30. Mai fällt, ist St. Joseph ein wichtiger katholischer Feiertag. Jedes Jahr am 19. März wird dieser Namenstag gefeiert.
Der heilige St. Joseph lebte in der Zeit im ersten Jahrhundert vor bis ins erste Jahrhundert nach Christus. Als irdischer Vater des Sohnes Gottes und Ehemann der Jungfrau Maria, gilt er in der christlichen Religion als Schutzpatron vor allem der Familie und der Gemeinde als Familie Christi, aber auch als Patron der Reisenden, der Sterbenden und natürlich auch der Zimmerleute, denn Joseph war von Beruf Zimmermann. Wie in allen südlichen Ländern hat die Familie auch in Spanien einen hohen Stellenwert. Der Namenstag des heiligen St. Joseph wird deshalb besonders gefeiert. Auch auf den Kanarischen Inseln bleiben an diesem Tag die Geschäfte geschlossen und Behördenmitarbeiter haben frei.
Die Südländer feiern gerne und so werden die christlichen Feiertage zum Anlass genommen bunte Straßenumzüge zu Ehren des jeweiligen Heiligen abzuhalten. Meist versammeln sich viele Menschen hinter der Statue des jeweiligen Heiligen und ziehen singend durch den Ort. Fröhliche, geistliche Musik und farbenprächtige Trachten der jeweiligen Regionen prägen das Straßenbild an einem solchen Tag. Wer als Besucher die Möglichkeit hat, sollte an einem solchen Umzug in jedem Fall teilnehmen und in die feiernde Menge eintauchen. Die Lebensfreude und die Liebe zu ihren Heiligen sind charakteristisch für die Menschen auch auf Teneriffa. Vielleicht ist ein christliches Fest, zum Beispiel am Tag des heiligen St. Joseph, eine gute Gelegenheit Einheimische kennenzulernen. Denn in den großen Touristenzentren der Kanarischen Inseln trifft man vergleichsweise selten auf echte Kanaren.
Den heiligen St. Joseph trifft man immer dort, wo familiäre Beziehungen bestehen, wo Reisende unterwegs sind oder wo das Ende des Lebens zum Thema wird. Deshalb sind es auch immer wieder Lehreinrichtungen, Plätze und natürlich Krankenhäuser und Kirchen, die diesem Patron geweiht sind.
Der Pico del Teide ist mit einer Höhe von 3.718 Metern nicht nur die höchste Anhebung der Insel Teneriffa. Er ist höchster Berg des spanischen Staatsgebietes und weiterhin sogar der dritthöchste Inselvulkan der Erde. Das Gebiet um den als noch aktiv geltenden Pico del Teide ist seit dem Jahre 1954 Naturschutzgebiet und zählt zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten der Kanarischen Inseln. Viele Millionen Menschen haben den Naturpark El Teide bereits besucht. Und das hat Spuren hinterlassen, denn viele dieser Besucher haben sich Souvenirs vom Berg mitgenommen. Außerdem gab es immer wieder Schwierigkeiten, weil Wanderer wegen nicht geeignetem Schuhwerk mit zum Teil erheblichen Verletzungen geborgen werden mussten. Deshalb wird der El Teide verstärkt durch Wildhüter kontrolliert. Wer abseits der vorgeschriebenen Wege erwischt wird hat mit Strafen zu rechnen. Außerdem ist zur Besteigung des El Teide bis hoch hinauf auf den Gipfel eine Genehmigung erforderlich.